Primäre Massenträgheit des Kolbens
Die primäre Massenkraft, welche auf den Kolben wirkt, entsteht durch die Auf und Ab Bewegung des Kolben, geführt durch das Pleuel, das wiederum auf der sich drehenden Kurbelwelle gelagert ist.
So betrachtet, ergibt sich also die maximale Massenkraft, welche auf den Kolben einwirkt, jeweils am Ende des Hubvorganges, also wenn der Kolben entweder am oberen Todpunkt wieder nach unten gedrückt wird, oder aber am unteren Todpunkt sich wieder in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Grund hierfür ist die Tatsache, dass jede Masse einen Wiederstand leistet, sobald eine abrupte Richtungsänderung gemacht wird. Wie man sich vorstellen kann, will der Kolben also im Todpunkt, ob oben oder unten, erst einmal in die gleiche Richtung weitersausen.
Wenn wir nun einen Blick auf einen Vierzylinder Motor werfen, dann werden wir feststellen, dass wir immer eine Gegenkraft haben, nämlich wenn ein sich ein weiterer Kolben zur gleichen Zeit (im Regelfall um 180° versetzt) in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Genauer gesagt, wenn Kolben 1 dem unteren Todpunkt entgegengeht und Kolben 2 dem oberen Todpunkt entgegengeht, heben sich beide Kräfte auf, da beide Kolben mit gleicher Masse und Geschwindigkeit in die entgegengesetzte Richtung wirken.
Das gilt sowohl für eine konventionelle 180° versetzte Kurbelwelle als auch für die Crossplane Kurbelwelle.
180° Kurbelwelle:
Animation unten: 4 Zylinder Kurbelwelle mit 180° Versatz:
Wenn Kolben 1 im oberen Todpunkt ist, befindet sich Kolben 2 im unteren Todpunkt und umgekehrt.
Wenn Kolben 4 im oberen Todpunkt ist, befindet sich Kolben 3 im unteren Todpunkt und umgekehrt.
In dieser Konfiguration hat man also zwei Kolben, die sich in die gleiche Richtung bewegen und zwei weitere Kolben, die sich in die Gegenrichtung bewegen. Beide Kolbenpaare gleichen also die unterschiedlichen auftretenden Kräfte aus.
Crossplane Kurbelwelle:
Animation unten: 4 Zylinder Kurbelwelle mit „Crossplane“ Versatz:
Wenn Kolben 1 im oberen Todpunkt ist, befindet sich Kolben 4 im unteren Todpunkt und umgekehrt.
Wenn Kolben 3 im oberen Todpunkt ist, befindet sich Kolben 2 im unteren Todpunkt und umgekehrt.
Obwohl jetzt andere Kolbenpaare in die gleiche bzw. entgegengesetzte Richtung gehen, erzielt man das gleiche Ergebnis hinsichtlich Massenausgleichs wie bei der 180° versetzten Kurbelwelle.