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Passion Motorrad-Design. Teil 2: Yamahas Designphilosophie

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„Einfühlungsvermögen spielt für unser Design eine Schlüsselrolle", erklärt Designer Kazumasa Sasanami, bekannt durch seine Arbeit an der aktuellen R1. „Andere japanische Marken konzentrieren sich mehr auf technische und funktionelle Aspekte. Bei Yamaha ist es sehr wichtig, dass die Modelle Emotionen wecken, unwiderstehlich sind, selbst wenn dies die Entwicklung teurer macht!"

Inspiriert wird er durch Atsushi Ishiyama, Präsident von GK Dynamics, dem Design Studio, das alle Motorräder für Yamaha entwirft.

image Designphilosophie: Motorrad und Fahrer verschmelzen (Anmerkung: dieses Foto ist ungefähr 15 Jahre alt…) image Eins mit dem Motorrad: auf der MT-01 image R1: Im Visier der Designer - ultra-sportliches Cockpit

„Herr Ishiyama ist eine Art Designguru. Von ihm stammt die Philosophie: betrachte Fahrer und Motorrad als eine Einheit, einen Körper.

Zu Beginn dachte ich, dass es eine etwas merkwürdige Philosophie sei, aber nachdem ich zehn Jahre in mehreren praktischen Designprojekten gearbeitet habe, finde ich sie sehr verständlich und gut. Wenn wir ein Motorrad entwerfen, denken wir immer an den Fahrer, die Emotionen, welches Gefühl sollte man haben, wenn man auf dem Motorrad sitzt, es fährt, mit ihm verschmelzt."

Designmanager Hiroshi Ohta kommt hinzu: „Wir kombinieren immer einen humanen mit einem mechanischen Ansatz. Die MT-01 ist ein perfektes Beispiel dafür: Der Geist des Fahrers, die Seele des Motorrads und die Interaktion zwischen beiden haben das Design stark beeinflusst!"



Sasanami fügt hinzu: "Bei der aktuellen R1 spielte das Cockpit eine wichtige Rolle, eben der Bereich, den der Fahrer erlebt, wenn er auf dem Motorrad sitzt. Der sportliche Geist des Fahrers sollte sein Pendant finden in einem sportlichen Cockpit, ohne unnötige Spielereien, ultra-sportlich und sehr qualitativ."

image Niederländische Straßen …

Amsterdam
Niederländische Straßen … GK Dynamics hat ein europäisches Tochterunternehmen mit Sitz in Amsterdam: GK Design Europe.
„Amsterdam ist eine schöne Stadt, voller Kultur, und ein neutraler Ort im Motorradmarkt. Von hieraus erreicht man jedes europäische Land, schnell und unkompliziert. Wäre unser Sitz in einem der großen Länder, würden wir zu sehr durch lokale Gegebenheiten und Vorzüge beeinflusst, und nicht hinreichend durch europäische."

Ein bisschen Neid lässt sich aber nicht verheimlichen: „Natürlich wären wir zum Motorradfahren lieber in den Bergen, auf kurvigen Strassen!"

image Designer Kazumasa Sasanami bei der Arbeit

Schock
Sind alle Designer Motorradenthusiasten? Sasanami war ein Spätzünder: „Als Junge interessierten mich Motorräder nicht im Geringsten. Als Teenager machte ich dann eine Probefahrt mit dem Motorrad eines Freundes. Ich war schockiert! Plötzlich wurde mir die Kraft des Motorrades bewusst. Ich fühlte sie so intensiv. Seit diesem Augenblick liebe ich Motorräder."

Er erzählt wie er zum Design kam: „Erst wollte ich Ingenieur werden und studierte Maschinenbau. Aber dann fand ich heraus, dass ein Ingenieur eine sehr spezielle Aufgabe in der Entwicklung hat: er arbeitet zum Beispiel ausschließlich am Motor oder am Rahmen. Als Designer arbeitet man hingegen am gesamten Motorrad. Seitdem wollte ich Designer sein."

image R1 image RX-1 image SRX 600 image V-Max

Herausforderungen
„Das Wichtigste beim Design ist das Verhältnis zu den Ingenieuren. Sie müssen die Grundproportionen des Motorrades akzeptieren, ein entscheidender Schritt, denn die Grundproportionen bestimmen 60% des Designs selbst.”

Ohta fügt hinzu: „Im ersten Stadium, dem Konzeptstadium des Designs, schlagen wir ideale Proportionen vor und hoffen, dass die Ingenieure diese als machbar beurteilen und akzeptieren. Je offener die Ingenieure sind, mit denen wir arbeiten, desto größer ist der Spielraum für das Design."

Dazu einige Beispiele:
"Die erste R1 ist ein super Beispiel, auch die aktuelle. Wir konnten eine ganze Reihe der idealen Designelemente im Serienmodell verwirklichen. Andere Beispiele sind die DragStar 650, mit dem schönen stilistischen Rahmen, der Schneemobil RX1 und natürlich auch Klassiker wie SRX 600 und die V-Max."

image Verkörperte Dynamik und Yamahas Eigenständigkeit

Unterschiedliche Kulturen
Das Team von GK Design Europe ist multikulturell. Die Verbindung von japanischen und europäischen Designern schafft ein inspirierendes Arbeitsumfeld.

„Es ist eine Mixtur aus europäischem und japanischem Designstil. Wir kombinieren die Teamarbeit aus Japan mit dem Designgespür aus Europa."

Was sind zur Zeit die richtungsweisenden Designtrends?

„In Europa, insbesondere im Automotive-Design, konzentriert man sich sehr auf dynamische Proportionen und Oberflächen, um Bewegung zu verkörpern. Dies kommt dem Motorrad-Design sehr nahe. Generell sehen wir, dass alles sportlicher und dynamischer wird."

„Motorrad-Design wird vom MotoGP beeinflusst, aber wir streben natürlich danach, Einzigartiges zu entwerfen und jedem Motorrad seinen eigenen Charakter zu geben. Alle Hersteller konkurrieren um die Marktführung und in den gleichen Kategorien. Unser Ziel ist es, in jeder Kategorie durch unsere Ursprünglichkeit und Eigenständigkeit herauszuragen."

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