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YZF-R1: Maschinenbau in Vollendung

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„Wir haben die wirklich erfahrenen Piloten mit der R1 im Visier“, erklärt Takeshi Higuchi, Manager der Produktplanung bei Yamaha Motor Europa. „Leute die auch auf der Rennstrecke fahren und sehr hohe Ansprüche an das Fahrverhalten stellen.“

Natürlich sollte die fünfte Generation der R1 darüber hinaus eine solide Basis für das Rennengagement bei der World Superbike Serie sein.

„Das Fahrwerk musste einfach handlicher werden, aber gleichzeitig seine Stabilität zu behalten. Unser Ziel war es, die R1 so wendig wie die kleinere R6 zu machen. Das ist ein großer Vorteil im Rennen, aber natürlich auch ein Plus im normalen Straßenverkehr. Das Motorrad lässt sich spielerisch in Schräglage bringen, da machen kleine Landsträßchen erst richtig Spaß.“ meint Higuchi weiter.

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Fahrwerk: Steifigkeit neu definiert
Welches sind die Komponenten, die eine noch sportlichere Abstimmung ermöglichen?

Der Aluminium Rahmen ist völlig neu mit einem besseren Zusammenwirken von Steifigkeit einerseits und einer gewissen Flexibilität andererseits. In den letzten Jahren haben Ingeneure und Testfahrer daran gearbeitet, eine Rahmenauslegung zu ermöglichen, bei der besonders steife Elemente (wie im Schwingenbereich oder Lenkkopf) mit weniger steifen Teilen in eine Art Symbiose eingehen. So wurde beispielsweise die Wandstärke der seitlichen großen Rahmenprofile verringert und im Gegenzug die gegossenen Teile für Gabel und Schwingenlagerung verstärkt. Erst dadurch ergibt sich ein ausgewogenes Fahrverhalten auf höchstem Niveau.

Dem gleichen Prinzip folgte die Modifikation der Gabel. Die untere Gabelbrücke wurde auf 40 mm (von vorher 25 mm) verstärkt, während wiederum im Gegenzug die Wandstärke der Standrohre verringert wurde.

Die jetzt längere Schwinge mit der Yamaha charakteristischen ’Upside down’  Verstärkung an der Unterseite, nach dem Vorbild der M1 GP Rennmaschine, hat eine um 30% höhere Steifigkeit gegen Verdrehen. Dagegen wurde die seitliche Steifigkeit leicht reduziert, was dem Federungsverhalten bei hohen Schräglagen zugute kommt. Diese Maßnahmen ermöglichen es, die Rückmeldung von Fahrbahn an den Fahrer zu verbessern und die Traktion beim Herhausbeschleunigen aus Kurven zu erhöhen.

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Sportliche Abstimmung
Die neue R1 ist noch kompromissloser auf sportliche Auslegung getrimmt, gemäß des Slogans „Keine Kompromisse“.

Die hintere Federung hat bereits eine straffere sportlichere Grundabstimmung als vorher. Zusätzlich sind die Umlenkhebel progressiver ausgelegt und die Druckstufen Einstellung hat eine zweifache Einstellmöglichkeit mit den Varianten 'Low Speed' und 'High Speed'.

Gleiches gilt natürlich für die Gabel mit härterer Federrate. Das Innenleben der Gabel ist neu, mit einem größeren Dämpferkolben, der das Dämpfungsverhalten deutlich verbessert. Die Dämpferstange ist aus neuem leichteren Aluminium gefertigt.

Die Bremsanlage vorne verfügt nun über einen radial verschraubte Sechskolben Zange (siehe oben) und kann damit die Bremsleistung noch besser auf die Scheiben übertragen. Ein Grund warum der Scheibendurchmesser selbst von 320 mm auf 310 mm reduziert werden konnte. Dies verringert die ungefederten Massen und ist dem Handling zuträglich.

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Motor: Spaß an Drehzahlen
„Bei hohen Drehzahlen fühlt sich das neue Triebwerk kraftvoller an und dreht freier“, sagt Oliver Grill, Produktplaner bei Yamaha Europa.“ Die Maschine hat jetzt 180 PS. Technisch wäre es durchaus möglich einen noch höhere Leistung in den Motor zu pumpen. Aber in der Realität bringt das nicht so viel mehr. Unser Ziel war es, das schnellste Bike für die Rennstrecke zu bauen. Und da ist es wichtiger, dass sich das Motorrad leicht fahren lässt. Mit anderen Worten, die tatsächliche Beherrschbarkeit der Maschine ist des Pudels Kern. Denn schnelle Rundenzeiten werden nicht auf der Geraden gefahren, sondern man braucht ein beherrschbares Bike beim Bremsen und in jeder Phase der Kurvenfahrt. Darüber hinaus ist Stabilität und Traktion beim Beschleunigen ein wesentlicher Punkt, sowie kontrolliertes Bremsen, usw.“

Mehr Elektronik im Motor
Um die vielen Pferdestärken im Zaum zu halten, hat sich Yamaha einiges Neues hinsichtlich Motorsteuerung und Elektronik einfallen lassen:

YCCT: Yamaha Chip Controlled Throttle
Diese Yamaha eigene Entwicklung kommt direkt aus dem Rennsport von Valentino Rossis M1. Die Elektronik ’übersetzt’ sozusagen dabei die Stellung des Gasgriffes unter Berücksichtigung von anderen Faktoren, wie Temperatur, Geschwindigkeit, Schräglage usw. in eine ’angepasste’ Öffnung der Drosselklappen.
Das wirkt sich positiv auf den Leistungseinsatz aus und hilft dem Fahrer das Gas genauer dosieren zu können. Überdies kann man sich mit dem neuen System das komplizierte mechanische System zweiter Drosselklappen sparen.

Kompression von 12.4 auf 12.7 :1 erhöht
Die neuen Vierventil Zylinderköpfe wurden mit neuen Brennräumen ausgestattet. Neue Ventile aus Titan ermöglichen größere Öffnungslängen.
Der Motor hat, wie bereits erwähnt nun 180 PS bei 12500 rpm. Das ist allerdings nur die Basisleistung. Wenn Fahrtwind durch das Einlasssystem der Verkleidung gepresst wird, erhöht sich durch den erhöhten Staudruck im Einlasssystem die Leistung nochmals (wie oben dargestellt).

 

YCCI: Yamaha Chip Controlled Intake
Beim YCCI wird die Länge der Ansaugstutzen mittels Elektronik über den gesamten Drehzahlbereich verändert (siehe Darstellung links).

Normalerweise ist die Länge der Ansaugrohre ein Kompromiss. Ein langer Ansaugweg ist gut für niedrige Drehzahlen, ein kurzer für hohe Drehzahlen. Das System ermöglicht es, kurze Ansaugwege für hohe Drehzahlen zur Verfügung zu stellen und konsequenterweise lange Ansaugwege für niedrige Drehzahlen. Die Stutzen werden dabei mechanisch ausgefahren, angesteuert über die Elektronik.
„Das ergibt in der Summe Fahrspaß und Leistung bei hohen Drehzahlen, ohne dabei den Durchzug aus mittleren Drehzahlen zu vernachlässigen“, wie die Testfahrer bestätigen.

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Auspuffanlage aus hochwertigem Titan

Eine Titan Auspuffanlage mit zweifachem EXUP, 3 Wege Katalysator und neuem ovalen  Dämpfern vervollständigen die Änderungen am Motor.

Die ’Slipper’ Kupplung stammt aus dem Rennsport. Besonders beim harten Bremsen, wenn das Hinterrad aufgrund der bewegten Massen im Motor leicht stempelt, bringt das Teil seine Vorzüge ins Spiel. Kennern dürfte die ’Slipper’ Kupplung bereits aus der 2006er YZF-R1 SP bekannt sein.

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Im Straßenverkehr sicher und einfach zu fahren
Trotz, oder gerade wegen der vielen Änderungen, die aus dem Rennsport kommen, ist die R1 immer noch ein tolles ’normales’ Straßenmotorrad. Oliver weiß: „Viele unserer Kunden fahren mit der R1 natürlich vorwiegend im normalen Straßenverkehr. Deshalb haben die Ingenieure darauf geachtet, dass sich das Motorrad auch unter diesen Bedingungen ohne Tadel fährt. Denn auch auf Landstraßen oder der Autobahn ist ein gutes Fahrverhalten sowohl Spaßfaktor als auch Sicherheitselement. Man denke nur an leichtes Handling, gute Bremsen, leicht zu beherrschenden Motor, usw. Und obendrein hat die R1 noch einen tollen Sound aus ihren beiden hochgezogenen Auspuffrohren zu bieten“.

Kurzum, die neue YZF-R1 ist ein Augen und Ohrenschmaus.

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