CF Druckgussverfahren: Eine spezielle Technik für Leichtbau bei gleichzeitiger Festigkeit
Die neue YZF R6 ist das erste Serienmotorrad bei dem der Heckrahmen und die Schwinge mit der sogenannten CF Druckgusstechnik gefertigt ist.
Material Wissenschaftler Dr. Hiroshi Yamagata ist im Werk in Iwata für die Einführung dieser neuen Technologie verantwortlich und erklärt hier kurz das Wesentliche:
"Mit der CF Technologie können wir Gussteile wesentlich leichter machen und sie gleichzeitig sogar noch steifer auslegen als dies mit den bisherigen Methoden im Druckguss möglich war. Wir können die Dicke des Materials im gesamten Gussteil genau kontrollieren und entsprechend den Vorgaben der Stressanalyse das Teil in der Wandstärke beliebig variieren. Das heißt mit anderen Worten, wir können da, wo Belastungen auftreten das Teil entsprechend dicker auslegen und an anderen Stellen einfach Material und somit Gewicht einsparen.
Natürlich bedeutet das auch, dass wir völlig frei in der Formgebung sind und zusätzlich erhalten wir einen sehr gute Oberflächen Qualität. Wir können Teile sehr effektiv schweißen, wie man am Beispiel der R6 Schwinge gut sehen kann, die ja aus zwei Gussteilen besteht.
Das eigentliche Prinzip der CF Methode liegt in den optimierten Bedingungen unter denen das heiße Aluminium in die Form fließt. Dabei richten wir besonderes Augenmerk darauf, dass die Form durch das Material völlig homogen gefüllt wird und eine optimale Verteilung erreicht hat, bevor es sich zu verfestigen beginnt. So können wir dünnere Wandstärken realisieren, die dennoch stark genug sind, um geschweißt werden zu können.
Die CF Methode ist also in erster Linie ein optimierter Prozess der Steuerung der Gussbedingungen, welche (1) eine speziell entwickelte Dichtung zwischen den beiden Teilen der Gussform bedingt um ein ideales Vakuum zu gewährleisten in das die Schmelze mit minimalem Luftwiderstand gezogen wird. (Vakuum ist sechsmal höher als bei konventionellem Guss!). (2) Die Kontrolle der Temperatur im gesamten Formstück, sodass die Temperatur der Aluminium Schmelze möglichst gleich bleibt und (3) die Geschwindigkeit mit der die Schmelze in die Form eingespritzt wird (fünfmal schneller als konventionell) ermöglicht einen idealen Füllungsgrad."
Das Ergebnis ist ein Aluminium Gussteil, welches nur ein Fünftel des Sauerstoff Gehaltes von konventionellen Gussteilen hat. Dies bedeutet, dass die Teile obwohl dünnwandig, gut schweißbar sind und überdies eine hohe Festigkeit aufweisen.