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In der neuen Fazer 600 schlägt das Herz der R6

image Für Landstraßen gebaut: die neue Fazer 600 hat die Gene der R- Serie geerbt

Ein Produktplaner bei Yamaha Motor Europa erinnert sich:" Wir wollten dass die neue Fazer wirklich einen Schritt nach vorne hinsichtlich technischer Lösungen und Design macht. Um das zu erreichen mussten wir den Ingenieuren natürlich freie Hand lassen und sie hatten die Freigabe mit einen weißen Blatt Papier anzufangen. Und das taten sie auch. Die 2004er Fazer ist also völlig neu und vermittelt denn auch einen anderen Fahrspaß ohne jedoch die grundlegenden Qualitäten der alten Fazer zu vernachlässigen."

Die neueste Generation der Fazer stellt eine konsequente Weiterentwicklung des erfolgreichen Konzeptes dar und ist auf den Punkt gebracht einfach besser und emotionaler geworden. Als die Fazer 1998 auf den Markt kam (Vorstellung Spätjahr 1997), erwarb sie sich alsbald den Ruf als Maschine mit gutem Mix aus Sportlichen Attributen und Alltagstauglichkeit. Mittelklasse Motorräder waren in dieser Zeit gute Allrounder, hatten aber im sportlichen Bereich im Vergleich zur Fazer Defizite.

Die neue Fazer stellt den ersten Modellwechsel seit 6 Jahren dar. Aber das Motorrad hat seine grundlegenden Werte, welche die Maschine so lange ausgezeichnet und damit in Europa so erfolgreich gemacht hatten behalten (siehe Fazer Historie). Trotzdem ist die Maschine eine völlige Neukonstruktion.

image Kurvige Straßen: da gehören Motorräder hin und die Fazer ist dafür gemacht image Projektleiter Yutaka Kubo fuhr mit Motorradfahrern durch Europa, bevor er die Entwicklungsziele der neuen Fazer festlegte

Die Ingenieure als "Streetworker"
Projektleiter Yutaka Kubo erinnert sich an den Anfang der Fazer Entwicklung: "Wir resiten zu den Landstraßen zweiter Ordnung in Italien, Frankreich und Deutschland um selbst zu sehen und buchstäblich zu erfahren wie die Leute unser Motorrad nutzen Und wir haben uns mit Motorradfahren unterhalten. Aus all dem haben wir versucht das Wesentliche herauszuarbeiten das nötig war um eine neue Generation von Mittelklasse Sportmotorrad zu bauen, welches die Erwartungen der Motorradfahrer noch übertrifft. Was dabei herauskam, war eine Maschine welche die Leistung und den Fahrspaß einer Supersport Maschine (wie der R6) mit dem entspannten Fahrstil und den Eigenheiten einer Straßen Allround Maschine verbindet. Wir glauben, dass die Fazer nicht nur schnell sein sollte wenn man den Motor auf Drehzahlen hält, sondern auch Spaß vermittelt wenn man mit weniger Gas und Druck am Hinterrad durch die Kurven fährt. Und daran haben wir gearbeitet. Das ist auch der Grund warum wir beispielsweise auf eine verbesserte Kraftverteilung am Hinterrad Wert gelegt haben (siehe unten).

Die Entwicklungsmannschaft hatte also in der Tat die sportlichen Aspekte immer im Hinterkopf gehabt. Dieser erste Modellwechsel der Fazer sollte ja einen Schritt vorwärts bedeuten und deshalb waren die Prioritäten auf einer Neudefinition von "Spitzenleistung" gerichtet und man wollte ja nicht einfach eine Supersport Maschine mit einem Hochlenker bauen. Nicht der "je mehr Technik desto besser" Ansatz schien der richtige weg zu sein, sondern eine Faher-freundliche technische Lösung ist wohl der Ausdruck den man verwenden könnte um die Zielrichtung der Fazer zu beschreiben.

Aber man sollte den Ausdruck "Fahrer-freundlich" nicht als weich oder schwammig verstehen. Die Fazer ist ein Sportmotorrad bis in die letzte Schraube. Aber es wurde für den Einsatz auf normalen Straßen konzipiert und es macht das Leben des Fahrers so angenehm wie möglich im täglichen Verkehrsgewühl dem man heutzutage auf der Straße ausgesetzt ist.

image Der Motor der Fazer basiert auf der R6, hat aber etliche Veränderungen erfahren, für mehr Leistung im unteren und mittleren Drehzahlbereich , um eine gute Motoren Charakter für den öffentlichen Straßenverkehr zu gewährleisten.

Der Focus der Entwicklung

1. Motoren Charakter mit Schwerpunkt auf Leistung im mittleren Bereich one Einbußen bei höherer Drehzahl

  • Basismotor aus der YZF R6 weiterentwickelt
  • Einspritzung
  • Spitzenleistung auf 72 kW (98 PS) reduziert um Schub bei unteren und mittleren Drehzahlen zu optimieren

Motor
Die Zielsetzung der Motorenentwicklung war sowohl eine Beschleunigung aus mittleren Drehzahlen heraus zu realisieren und gleichzeitig ein weiches aber kräftiges Hochdrehen bis zur Spitzendrehzahl zu ermöglichen. Um dem Motor den nötigen Punch zu geben und gleichzeitig einen angenehmen Motorcharakter zu gewährleisten, griffen die Ingeneure auf das Triebwerk der 2003er R6 zurück. Fast alle Leistungskomponenten und Spezifikationen sind mit denen der R 6 identisch. Dazu gehören z.B. Bohrung und Hub, Form der Brennräume, die Leichtbau-Kolben, die baugleichen Ventile (Einlass & auslass und die Kurbelwelle.
Dagegen wurde die Nockenwelle (Steuerzeiten & Ventilhub), sowie Länge & Durchmesser des Einlasstraktes geändert, um einen angenehmen Motorcharakter für den normalen Straßenverkehr zu erzeugen.
Die Spitzenleistung liegt demnach bei 72 Kw (98PS) bei 12.000/min und das maximale Drehmoment bei 10.000/min.

Einspritzung
In Kombination mit Yamahas neuem Einspritzsystem zeichnet sich der Motor durch außergewöhnliches Ansprechverhalten und einen relativ geringen Benzinverbrauch aus. Die gesamte Einspritzanlage ist erstaunlich kompakt und sehr einfach aufgebaut.
Die fünf Sensoren bestehen aus

  1. Kurbelwellendrehzahl
  2. Einlassdruck
  3. Einlasstemperatur
  4. Kuhlwassertemperatur
  5. Gasgriffstellung.

Besonders bei der Auslegung des Luftfilters wurde die neueste Akustik Analyse Methode verwendet, um einen angenehmen und Einlass Sound, in Zusammenhang mit dem Auspuffgeräusch zu gewährleisten. Die neue Auslegung der Luftfilterbox hat es überdies ermöglicht, die Sitzposition weiter nach vorne zu verlagern.

Exzentrischer Gasdrehgriff
Der Gasgriff ist exzentrisch, und reagiert damit progressiv auf den öffnungswinkel der Gasschieber um eine gute Dosierbarkeit von Leerlaufdrehzahl bis in den mittleren Drehzahlbereich zu erreichen, was wiederum der Beschleunigung aus mittleren Drehzahlen zugute kommt.

image Die Schwinge ist wesentlich länger geworden. Das trägt zur hervorragenden Stabilität bei. image Neukonstruktion: der Rahmen wird im Yamaha CF Druckgussverfahren hergestellt und ist verschraubt. Er ist leichter bei gleichzeitig höherer Steifigkeit als beim Vorgänger.

2. Kurvenverhalten, welches ein ermüdungsfreies Fahren auf kleinen kurven Landstrassen garantiert

  • Leichter hochfester Aluminium Druckgussrahmen Verfahren Yamaha CF Druckgusstechnik
  • Erhöhter Anpressdruck des Hinterrades durch verbessertes Drehmoment und optimierte Getriebeabstufung
  • Eine Gewichtsverteilung auf das Vorderrad von 51% durch geänderte Fahrwerksgeometrie und einer Verlagerung der Batterie nach vorne
  • Verbesserte Federung (43 mm Vorderadgabel mit verstärkten Tauchrohren, leichte Monocross Hinterradfederung)
  • Neue Reifengrößen ( vorne 120/70ZR17 statt 110/70ZR17; hinten 180/55ZR17 statt 160/60ZR17)

Rahmen
Yamahas CF Druckgusstechnologie hat es ermöglicht, einen Rahmen zu bauen, der die best mögliche Synthese and Leichtbau und Steifigkeit darstellt. Zu ersten mal hat somit ein Serien-Motorrad dieser Klasse einen Aluminium Druckgussrahmen.
Dadurch konnte die Rahmenkonstruktion vereinfacht werden, denn es sind keine weiteren Schweißarbeiten nötig, der Rahmen wird einfach auf zwei Teilen (links rechts) am Lenkkopf und in der Nähe der Schwingenachse verschraubt. Dieser Leichtbaurahmen und einige andere Lösungen sorgen damit für eine Gewichtsreduzierung von immerhin 7 kg im Vergleich zur alten Fazer 600.
Überdies ist der Motor an fünf Punkten im Rahmen verschraubt und dient ebenfalls als tragendes Element.

Geometrie
Die neue Geometrie (einschließlich der langen Schwinge) machen sich positiv hinsichtlich Handling und Stabilität bemerkbar. Der Radstand betragt nun 1438 mm alte Fazer 1415 mm) und der Lenkkopfwinkel wurde von 24° auf 25° vergrößert, was auch eine Vergrößerung des Nachlaufs von 88,6 auf 97,5 mm erbrachte.
Eine sehr wichtige Neuerung ist die lange Schwinge. Die von 516,5 mm auf ganze 590 mm verlängert wurde. Dadurch bedingt konnten die Kräfte, welche durch die Kette und die Federung auf die Maschine einwirken auf ein Minimum reduziert werden. Dies kommt der Fahrstabilität entscheidend zu Gute.
Die neue Geometrie in Zusammenhang mit geänderten Motoraufhängung und der nach vorne verlagerten Batterie (unter dem Tank nähe Lenkkopf) ermöglichte es ferner die Achslastverteilung mit 51% Druck auf das Vorderrad (49% vorher) zu verbessern. Dies ist einer der Kernpunkte welcher für die gute Fahrbarkeit der neuen Fazer verantwortlich ist. Der Motorschwerpunkt wurde zudem näher an die Rollachse der Maschine verlagert. Dadurch hat der Fahrer das Gefühl noch mehr mit dem Motorrad verwachsen zu sein.

Federelemente
Die 43 mm Gabel hat die gleiche Stärke wie in der Fazer 1000 (41 mm altes Modell). Das Ergebnis ist eine hervorragende Federungsqualität und ein gutes Gefühl für das Vorderrad. Um diese gabel verwenden zu können wurde der Gabelversatz von 190 mm auf 210 mm vergrößert. Überdies ist die obere Gabelbrücke aus einem Teil gefertigt einschließlich der Klemmung für den Lenker.
Die Monocross Hinterradfederung wurde mit einem optimierten Dämpferventil und neuen Ölpassagen ausgerüstet und erreicht damit die gleiche Funktion wie eine Federung mit Hebelsystem.. Trotz der sportlichen Auslegung konnte der Federweg hinten auf 130 mm (10 mm mehr) vergrößert werden, was wiederum dem Komfort und der Dämpfung an sich zugute kommt.

image Ein längerer Radstand und eine nach vorne verlegte Fahrerposition ermöglicht eine bessere Gewichtsverteilung, welche der Fazer zu den guten Handlingeigenschaften verhilft.

3. Leichtes verfeinertes Handling (besonders für Stadtfahrten und im Verkehrsgewühl)  

  • Lenkeinschlag auf 35 Grad vergrößert ( Wendekreis 2,8m)
  • Größere Bewegungsfreiheit für den Fahrer durch nach vorne verlagerte Sitzposition

Neue Schwerpunktlage
Die neue Schwerpunktlage und die neue Fahrwerksgeometrie ermöglichten es die Fahrerposition nach vorne zu verlagern. Zusammen mit der geänderten Sitzbank ergibt sich daraus eine größere Bewegungsfreiheit für den Fahrer. Die Sitzbank selbst mit der genarbten Oberfläche verhindert das unfreiwillige Rutschen des Fahrers und sieht auch noch sehr gut aus.

Größerer Lenkeinschlag
Der Lenkeinschlag konnte auf 35° vergrößert werden, was der Manövrierfähigkeit im Straßenverkehr und im Stadtbetrieb zugute kommt.. Möglich wurde dies durch eine optimierte Form von Tank und Verkleidung.

Seat:
Die neue Sitzbank hat eine sehr griffige Oberfläche.

image Sieht gut aus und klingt auch so: die hochgelegte Auspuffanlage image Die Verkleidungsscheibe hat eine ausgeklügelte Form, um sowohl Windgeräusche zu minimieren und Windschutz zu maximieren. Eine höhere Scheibe gibt's als Zubehör für die Tourenfahrer.

4. Neues Aussehen und Funktionen als konzeptionelle Vorteile

  • Neue Verkleidungsscheibe
  • Wegfahrsperre als Diebstahlsicherung
  • Hochgelegter Auspuff
  • Yamaha CF Aluminium Druckgussrahmen mit hoher Oberflächenqualität
  • Eingefärbte Verkleidungsteile im Metallic-Look

Optimierte Verkleidungsscheibe
Die neue Scheibe wurde so konstruiert, dass sie dem Fahrer den best möglichen Windschutz gibt, jedoch Turbulenzen und Windgeräusche auf ein Minimum reduziert. Die Scheibe selbst umgibt den oberen teil der Verkleidung on außen und erzeugt damit eine Art Armaturenbrett aus Sicht des Fahrers dahinter, mit dem digitalen Kombiinstrument in der Mitte, in dem Tachometer und Drehzahlmesser, sowie viele andere Funktionen integriert sind.
Diese Anordnung der Verkleidungsscheibe ist neu und verleiht der Maschine eine zudem ihre charakteristische Erscheinung.
Die beiden Scheinwerfer betonen die Familienzugehörigkeit zur R-Serie.
In der Mitte hat die Verkleidung zwei U-förmige Klappen um den Luftstrom entsprechend zu leiten und damit die störenden Wirbelschleppen hinter der Verkleidung zu minimieren.

Hochgelegter Auspuff
Der hochgelegte Auspuff (4in1in2) fällt sofort ins Auge. Ein Verbindungsstück zwischen Zylinder 2 und 3 verhilft zu einem Pulsausgleich zwischen den Gasströmen und produziert einen ansprechenden Sound. Die Rohrlänge, die Dämpfer und die Abmessungen jedes Roheres tragen natürlich ebenfalls zum breiten Drehzahlband des Motors bei.

Plastikteile eingefärbt
Eine neue Methode ermöglicht es die Plastikteile (Kotflügel, Verkleidung und Seitenteile) mit einem Metallic Effekt schon beim Spritzen einzufärben und erzeugt einen Glanzeffekt und eine Farbtiefe wie sie vorher nicht möglich war.

image Der hochgezogene Auspuff klingt richtig gut und reinigt die Abgase sehr wirkungsvoll mit Hilfe des Katalysators (siehe Pfeil)

5. Umwelt und Wartungsfreundlichkeit

  • Benzin Einspritzung zur Verbrauchsminderung und verbesserter Leistung bei unterschiedlichen atmosphärischen Bedingungen
  • Neues Yamaha Air Induction System (Lufteinlass)
  • Neuer Metall - Katalysator
  • Verringerter Ölverbrauch durch Spezielle Zylinderkonstruktion

Weniger Abgase
Das Yamaha Air Induction System schickt Frischluft in den Abgastrakt um die unverbrannten Benzinreste im Auspuff nach zu verbrennen, quasi als ersten Schritt zu Abgasreinigung. Die Auspuffgase werden danach im Katalysator ( Metallwaben mit Titan und Rhodium in rostfreiem Stahlgehäuse)weiter von toxischen Elementen gereinigt. Die Fazer übertrifft damit die Vorgaben der EU" Abgasnorm um einiges. M sich Zahlen vor Augen zu führen: die Abgaswerte unterschreiten die Vorgaben um 30% bei CO 8Kohlenmonoxid, 65% bei HC (Wasserstoffe) und 40% für NOx (Stickoxide).

Zylinderblock ohne Buchsen
Der gleiche Zylinderblock ohne nachtäglich eingepresste Laufbuchsen (keramisch beschichtet) stammt von der R6 und verhindert eine ungleiche Hitzeausdehnung des Blockes selbst. Durch die bessere Wärmeabfuhr wird eine bessere Maßhaltigkeit der Zylinderbohrung im Betrieb gewährleistet, was wiederum zu weniger Ölverbrauch und weniger Laufwiderstand führt.

 

Farben 2004

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